Peru: Arequipa mit Besteigung des Ampato


Nach 3 Tagen La Paz ging es dann mit dem Bus zur peruanischen Grenze - War ne wunderschoene Fahrt: Vorebei am riesiegen Titikakasee,



und an gruener Landschaft, obwohl es in dieser Region kaum regnet... das Wasser hierfuer ist vorwiegend das Schmelzwasser aus den Anden, welches in Stroemen ins Tal und in den See fliesst.



Im recht feinen Autobus gabs dann auch Livemusik,



Und das ist dann schon in Arequipa, wo ich nach 12 stuendiger Busfahrt angekommen bin,... hat 1 Mio Einwohner, aber kaum ein oeffentl. Verkehrsnetz, dafuer gibts 1000de Taxis die dich fuer 70ct ueberall in der Stadt hinbringen.



Kaum in Arequipa angekommen, hab ich mich gleich mit Joerg in Verbindung gestzt: Da ich ja einen hohen Berg erklimmen wollte hatte ich im Internet nach div. Moeglichkeiten gesucht, und Joerg war nicht nur der einzige, der auf meine zahlreichen Anfragen geantwortet hatte, sondern er machte auch einen nicht zu unterbietenden Spezialpreis und das fehlende Equipment war auch inbegriffen. Ganz zu schweigen von Mittagessen, Cafes und Torten die ich bei Vor- und Nachbesprechungen dort verschlungen hab! Hier auch seine HP: http://www.colca.de



Auch einen Hautarzt hatte er parat, der meine bolivianische Schweinekraetze (wie sie der falsche Doktor aus dem Messagboard diagonostizierte), mit diversen Chremen und Preparaten zu bekaempfen bereit war! (besonders originell find ich die "Umbrella-Chreme" -> Totalschutz gegen UVA & UVB). Somit bekam ich auch gruens Licht fuer die hohen Berge!



Und nachdem ich ja auf dieser Reise keinen Nikolaus dabei habe, der mich sonst immer auf die hohen Berge verzaht, hatte Joerg einen neuen besten Freund in Form eines Berg-Guides angeheuert: Christian! Gemeinsam gings dann mit dem Bus nach Cabanaconde,



quer durch das wunderschoene Gebirge,



welches auch ein bisserl an die nicht weit entfernte Gegend um den Machu Picchu erinnert!



Normalerweise wird diese Bergtour bis zum Basislager von Maultieren begleitet, die das Gepaeck und vor allem die schwere Verpflegung transportieren. Da es sich bei meiner Tour jedoch nur um eine ¨2-Mann Wanderung¨ handelte, hatten wir nur am 1. Tag die Hilfe eines Tragtieres.



Und weil der am 1. Tag mitgereiste Farmer auch gleich gesehen hat, dass ich ein kleiner Cowboy bin, durfte ich auch einen Teil des 1. Tracks zwecks Kraefteschonung am Pferd reiten.



Im 1. Zwischencamp angekommen verliess uns gleich der Bauer mit Pferd und Mula, und ab diesem Augenblick waren wir mit unseren Rucksaecken die je ueber 20kg(!) wogen, auf uns alleingestellt!



Joerg meinte noch dass das Essen auf Grund des zu tragenden Rucksackes nicht so ueppig wie sonst ausfallen werde,... ich war trotzdem vollauf begeistert von dem was Christian da zusammenbraute. Denn wenn ich in die Berge geh, dann gibts normalerweise Kaesbrot und Wasser und gelegendlich mal ein Supperl und Tee.



Am 2. Tag gings mit unglaublich schwerem Rucksack in ca. 6 Stunden zum Basislager. Hier trag ich auch schon die belemmerte Gletscherbrille, die den Bilder ein bisserl die Coolness nimmt!



Auf ca. 5000m erreichten wir dann das Basislager, wo wir sogleich unser Zelt aufbauten, eine warme Mahlzeit zu uns nahmen und uns um 18 Uhr in unsere Schlafsaecke rollten um ein paar Stunden zu schlafen...



da 6 Stunden spaeter der Alarm losging,... wir kochten uns im Zelt noch einen Coca-Tee und heizten dieses auf ca. 20 Grad auf!



Denn um 1 Uhr frueh gings hinaus in die eisige Kaelte,



um bei Mondschein und mit Hilfe der Stirnlampe in Richtung Ampato



zu schreiten!



Als dann die Sonne gegen 6 Uhr aufging,



legten wir unsere Steigeisen an, und mit Pickel und Stock gings hoch Richtung Krater,...



....klingt zwar einfach, war es aber nicht, denn wenn man mal die 6000m erreicht hat, ist jeder Schritt wie ein kleiner Marathon- Alle 10 Schritte bedurfte es trotz 1 woechiger Vorbereitung in der Hoehe einer 30 sekundigen Atempause. Aber ich war schon zufrieden dass mich keine Symptome der Hoehenkrankheit quaelten!



Am Krater angekommen, dachte ich,... "da war ma ja einnhalb Stunden schneller am Gipfel als geplant!?"....



...dann sah ich aber, dass Christian das Seil auspackte, denn nicht der Krater ist der Gipfel, sondern es ging noch



300 Meter um den Krater,



...und dort kletterten wir auf den hoechsten Punkt des Ampato auf 6350m - Dieser Punkt war eben um ca. 300m mehr noerdlich, als der 1. Punkt am Krater,



aber dafuer war er um ca. 20 Meter hoeher und dafuer benoetigten wir fast 1.5 Stunden!



nach kurzem Genuss des erklommenen Gipfels (Aufstieg dauerte ca. 10 Stunden), gings dann wieder mehr am Hosenboden als mit den Schuhen in ca. 4 Stunden runter zum Basislager,



wo Christian und ich dann noch ein Supperl assen und erschoepft von 17 Uhr bis 6 Uhr frueh durchschliefen!



Nach dem Fruestueck raeumten wir das Basislager in unsere Rucksaecke, und es ging wieder



mit dem Ampato im Ruecken und Aussicht auf



den Hualca Hualca, welcher auch peruanisches Matterhorn genannt wird,



zum Zwischenlager, wo die seit Tagen notwendige Koerperpflaege erfolgte!



Und natuerlich wurde auch Joerg seine Bergausruestung gereinigt und getrocknet, die er ja quasi kostenlos zu Verfuegung stellte!



Als wir in der Nacht dann im Zelt lagen, kam noch ein stock betrunkener Ziegenbauer mit seinem Pferd angeritten, und wollt uns auch auf nen Schluck ueberreden. Christian meinte aber dass sich die Bauern hier vorwiegend von Industriealkohol ernaehren, und da ich mein Augenlicht noch fuer den letzten Abstieg benoetigte, gab ich mich wiedermal mit nem Foto des durchgeknallten Bauern zufrieden.



Der betrunkene Bauer meinte noch dass der Bus von Cabanaconde nach Arequipa um 10 Uhr vormittags geht,... Insofern sind wir um 4 Uhr aufgestanden um den Bus auch wirklich zu erreichen!



Raschen Schrittes gings ins Tal hinab,...



und nachdem der Bauer eben betrunken war, war auch seine Zeitangabe a Bledsinn! Der Bus ging dann naemlich um 1 Uhr, insofern hatten wir noch 3 Stunden Zeit, um es dem Bauern nachzumachen (aber mit Bier und nicht Industriealkohol)



Mit dem Bus gings dann wieder nach Arequipa und fuer den tollen Guide gabs natuerlich auch noch ein saftiges "Trinkgeld" - und dieses schoene, zweckbezogene Wort gibt es ja leider nur in der deutschen Sprache! Denn weder im englischen (tip) noch im spanischen (propina) hat dieses Wort etwas mit trinken zu tun!?



Denn Dino, Clemens oder Robert... wer erinnert sich nicht an unseren Studentenjob bei der Muellabfuhr zurueck, als wir als orange Muellaufleger immer saftiges Trinkgeld abkassierten, dafuer dass wir anstatt des herkoemmlichen Hausmuells auch Waschmaschinen, Kuehlschraenke und E-Herde im Muellauto versenkten! Aber interessants Detail am Rande: Irgendwie war es dann doch immer so, dass nach Dienstende mehr Geld vertrunken, als eingenommn wurde!? - also kein ausgeglichener, sondern ein deffizitaerer Trinkgeldhaushalt!